NÄCHSTER ANLASS

36. IZS: Folgekrankheiten des Diabetes


5. Juli 2012, 18.00–21.15 Uhr, Hotel Park Hyatt Zürich

Teilnehmerzahl: 4 / 200

 
Interdisziplinäre medizinische Fortbildungen auf akademischem Niveau. Für eine qualitativ bessere Behandlung unserer Patienten.

Rückblick 35. IZS «Kinder kriegen»



Liebe Kolleginnen und Kollegen

Es freut mich sehr, dass trotz typischem April-Wetter, Ostern und einem spezifischen Thema das 35. IZS wiederum sehr gut besucht war. Über 160 Teilnehmer leisteten meiner Einladung Folge, um zu erfahren, wie es ums «Kinder kriegen» in der Schweiz steht.

Einen spannenden, humorvollen und pointierten Einstieg in die Thematik lieferte der bekannte Soziologe Prof. Kurt Imhof mit seinem Referat über «Die Entkopplung von Sexualität und Fortpflanzung». Er zeigte auf, wie sich der gesellschaftliche Umgang mit und die Einstellung zu Sexualität und Fortpflanzung seit dem Mittelalter komplett verändert hat. Was früher die normalste Sache der Welt und 'öffentlich' war ist heute etwas 'Privates', das meistens hinter verborgenen Türen stattfindet.

Passend zu Prof. Imhofs Ausführungen beschäftigte sich der nächste Vortrag mit der «In-vitro-Fertilisation – einfach schwierig». Dr. Michael Singer beleuchtete umfassend den aktuellen Stand der modernen Reproduktionsmedizin. Dabei kamen nicht nur die Chancen und Risiken derselben zur Sprache, sondern auch die neusten Methoden und Trends. Einem dieser Trends - immer später Kinder zu kriegen - steht Dr. Singer kritisch gegenüber. Daher behandelt er keine Patientinnen, die über 42 Jahre alt sind.

Prof. Roland Zimmermann befasste sich daraufhin mit dem Thema «Die Sektio - der geplante Notfall». Gemäss seinen Ausführungen hat sich die Sektio in der Schweiz etabliert: rund ein Drittel aller Kinder werden per Kaiserschnitt zur Welt gebracht und dies mit überaus guten Ergebnissen. Schwere Komplikationen sind heutzutage bei der Sektio nicht mehr zu erwarten.

Das erste Referat nach der Pause hielt Frau Dr. Ruth Draths über «Jugendsexualität und Verhütung». Wie Frau Draths berichtete ist Jugendsexualität mit vielen Gefahren verbunden. Insbesondere Frühschwangerschaften und Infektionskrankheiten stellen betroffene Mädchen vor grosse Probleme. Daher forderte Frau Darts die anwesenden Spezialisten auf, ihre Patientinnen vermehrt auf diese Gefahren hin zu sensibilisieren. Schliesslich haben Untersuchungen gezeigt, dass FrauenärztInnen in diesem Bereich nur unzureichend informieren. Weniger als 20 Prozent der Mädchen werden in Praxen über Sexualität und Verhütung aufgeklärt.

Der letzte Vortrag des Abends beschäftigte sich mit der Frage «Stirbt die Schweiz aus?». Mit dieser setzte sich Prof. Otmar Tönz auseinander. Anhand seines Vortrags konnte Prof. Tönz aufzeigen, dass zwar nicht die Schweiz aussterben werde, wohl aber die Schweizer. Dies, weil Schweizerinnen eine deutlich niedrigere Geburtenrate aufweisen als die in der Schweiz lebenden Ausländerinnen. Eine Tatsache, die sich nur ändern lässt, wenn Schweizerinnen in ihrer Doppelrolle als Mutter und Berufsfrau besser geschützt werden. Prof. Tönz plädierte daher für eine Familienpolitik, die Frauen und Familien besser finanziell unterstützt und dafür sorgt, dass das Angebot an passenden Infrastrukturen wie Tagesschulen, etc. massiv ausgebaut wird.

Für das vermittelte Wissen danke ich den Referenten ganz herzlich. Ebenso den anwesenden Kolleginnen und Kollegen fürs Kommen. Die Powerpoint-Präsentationen zu den Vorträgen können sie wie gewohnt mittels unterstehenden Link zum Nachlesen herunterladen.

Mit herzlichen Grüssen
Prof. Claudio A. Redaelli, Wissenschaftlicher Leiter und Initiant

35. IZS

Prof. Roland Zimmermann, Prof. Otmar Tönz, Dr. Ruth Draths, Prof. Claudio A. Redaelli, Dr. Michael Singer (v.l.n.r.)